Die LemonAid-Pfandkiste: Fühlt sich auf der Schanze wohl und hat sich dem Straßenbild angepasst 😉

Was haben Pfandkisten und Pfandsammler Andi, der im Müll nach wiederverwertbaren Flaschen und Dosen sucht, gemeinsam? Bisher nichts und das soll sich jetzt ändern. Die Kampagne ‚Pfand gehört daneben!’ kämpft für die aktive Mithilfe der Bevölkerung, Pfandflaschen nicht einfach in die Mülltonne zu werfen, sondern so zu deponieren, dass die Sammler sie gefahrlos mitnehmen können. Der Hamburger Kult-Limo-Hersteller LemonAid ist Partner der Pfand-Kampagne und glänzte mit einer grandiosen Idee: Die LemonAid-Pfandkiste. Auf der Schanze, im Karoviertel und in Altona zieren nun weiße Plastikkisten die Laternenpfähle und warten auf ungewolltes Leergut! Die Pfandsammler können die Schätze aus Glas, PET und Alu gefahrlos herausnehmen und müssen nicht mehr in Mülltonnen wühlen. Feiern und Helfen hat nun, abseits von schlauchboot-lippigen Charity-Ladies, eine nahezu symbiotische Ebene gefunden!

Der Frühling ist da, das Feierabend-Bierchen auf der Schanze lockt und die leeren Pfandflaschen landen im Müll. Gebt es zu, wir haben es alle schon einmal gemacht! Das Gewissen stolpert über den faulen Schweinehund und, schwups, landet die Flasche einfach so in der Tonne. Während sich die Party-People auf dem Schulterblatt vergnügen, huscht Andi, wie ein Schatten unbemerkt, von Mülltonne zu Mülltonne, um verstohlen in die stinkende Öffnung zu linsen. Ist etwas Wertvolles in Sicht, fischt er mit bloßen Händen im Müll; stets in der Gefahr, sich an Glasscherben zu verletzen.

Die Kampagne ‚Pfand gehört daneben!’ kämpft schon lange gegen unsere Ignoranz gegenüber Sammlern wie Andi und ruft die Menschen dazu auf, Pfandflaschen und –dosen nicht in die Tonne zu werfen sondern sie, gut sichtbar, neben den Mülleimern zu deponieren. Das Team von LemonAid, hat generell eine charitative Ader und unterstütz diese Initiative. Sie rufen die Hamburger dazu auf, die LemonAid-Pfandkisten an den Laternenpfählen zu nutzen, um das Leben der Pfandsammlern ein wenig menschenwürdiger zu machen. Dazu gehören auch spontane Einladungen zu Bastel-Dir-ne-Pfandkiste-Sessions: Das LemonAid-Team lud gestern via facebook ein und lockte mit hauseigenen Kaltgetränken und Disco-Musik im Hinterhof. ‚Wir wollen die Pfandkisten auf ganz Hamburg verteilen und dann das Projekt auf weitere Großstädte wie Berlin, Frankfurt/Main und Köln ausweiten!“ meint Jonas von LemonAid. Das nenn ich doch mal sinnvolles Guerilla Marketing.

Pfandkiste wird befestigt (Quelle: facebook)

Die Idee ist so einfach wie genial: Austrinken, Pfandkiste erspähen, Flasche reinstellen und damit Menschen wie Andi helfen, der mit seinen 56 Jahren von Hartz IV lebt und ohne das Pfandsammeln nicht über die Runden käme. Der gelernte Schweißer fand irgendwann keinen Job mehr und konnte seinen Lebensunterhalt nicht von der Stütze bestreiten. Er wollte seine kleine Wohnung behalten und begann seine Karriere als Pfandsammler. Jeden Tag durchstöbert er auf seinen Touren unermüdlich Mülleimer, Büsche, und Hinterhöfe und freut sich über jede weggeworfene PET-Flasche, denn die ist 25 Cent wert! Den Hauptbahnhof meidet Andi, denn hier ist das ‚Wühlen im Müll’ per Hausordnung verboten und es kann schon mal passieren, das man von Hilfskräften hinausbefördert wird. Andi schämt sich nicht für seinen ‚Job’, wie er das Sammeln nennt und sein Äußeres lässt nicht auf seine Tätigkeit schließen. Eigentlich wirkt er eher wie ein Nachbar, den man jeden Morgen freundlich grüßt, bevor man zur Arbeit  geht, um später den Tag mit einem Feierabendbierchen auf der Schanze zu beenden. Helfen wir Andi, seinen Job würdevoll verrichten zu können und stellen unsere Pfandflaschen daneben! oder in die Pfandkiste!

 

Hier geht’s zum LemonAid Video zur Pfandkisten Aktion