Sinas Welt

Von Hamburg bis ganz weit weg

Startup City Hamburg

Gründerworkshop im betahaus

‚Du immer mit deinem Startup-Dingens, was macht ihr da bloß?’ ‚Netzwerken, Biertrinken und die Weltherrschaft planen, was denn sonst?!’ und so mache ich mich also in freudiger Erwartung auf zum 6. Gründerworkshop ins betahaus. Zugegeben, ich bin ein großer Fan der Hamburger Gründer-Szene, die mich seit dem Startup-Weekend im Mai letzten Jahres in ihren Bann gezogen hat.  Da ein Großteil meines Offline-Bekanntenkreises sich bis heute fragt, was ich da so treibe, bietet es sich gerade zu an, die quirlige Hamburger Startup-Szene einmal vorzustellen und die Möglichkeit zu nutzen, kräftig für das kommende Startup-Weekend am 8. Juni zu werben.

(klick mich!) Video vom Startup-Weekend 2011 - Sina ist auch mit drauf 🙂

Bei einem Startup-Weekend haben Menschen mit innovativen Ideen exakt 54 Stunden Zeit, diese, gemeinsam mit anderen Gründungswilligen, in ein Startup zu verwandeln, das im besten Fall ein erfolgreiches Unternehmen wird. Einmal dabei gewesen zu sein, prägt nachhaltig. Mein größter Dank gilt dem, der mich dazu überredet hat. Es schafft Verbindungen und gegenseitiges Interesse über den Verbleib der just aus der Taufe gehobenen Startups. Wie sieht deren Entwicklung nach ein paar Monaten aus? Konnten sie Kapitalgeber finden? Aus diesem Grund haben die Veranstalter des Startup-Weekends Hamburg einen ‚Stammtisch’ ins Leben gerufen, der alle 6 Wochen stattfindet: Den Gründerworkshop. Das regelmäßige Networking sorgt dafür, dass  die ehemaligen Teilnehmer und Gründer sich nicht aus den Augen verlieren und sich gegenseitig weiter helfen. Es werden alte und neue Startup-Ideen vorgestellt.

Am 11. April war es  also wieder soweit: Die Gründer-Community traf sich zum Gründerworkshop im betahaus, dem Co-Working Space in der Lerchenstraße. Hier finden Freelancer gegen eine monatliche Pauschale neben einem Arbeitsplatz auch eine aktive Vernetzung mit anderen Freelancern. Networking ist hier an der Tagesordnung. Aus diesem Grund ist das betahaus auch geradezu prädestiniert für den Gründerworkshop. Es ist bereits das 6. Gründertreffen, das regelmäßig von Yasha Tarani (resmio) und Serhat Kaya (Toptranslation) organisiert wird. Der Ablauf eines Workshops setzt sich gewöhnlich aus einer Keynote zu Themen wie Markenrecht, Crowdfunding oder Vertriebsstrategien und dem Herzstück, zwei Unternehmens-Präsentation von Startups, zusammen. Die Vorträge und Businesspläne werden anschließend vom Publikum auseinandergenommen. Darin liegt auch der Sinn und Zweck der Veranstaltung, da die Gründer es als Mini-Feuerprobe unter Branchenspezis nutzen können. Die eigene Geschäftsidee in einem kleineren online-affinen-leicht-geeky-anheimelnden-Ambiente vorzustellen macht nicht so viel Angst, wie die Präsentation vor einem potentiellen Venture Capital Investor oder Bankberater.

(klick mich!) Rockstars Sales Präsi

Die Keynote des gestrigen Gründer-Treffens kam sehr erfrischend daher: Jörn Hendrik Ast von ffluid referierte in seiner unbeschwerten und netzbekannten Art und Weise zu dem doch eher schweren Thema Vertrieb. Wie verkaufe ich mein Produkt ohne mich selbst zu verkaufen? Das war das Credo von Jörn, der selbst  ein – pardon – altes Vertriebstier und betahaus-Bewohner ist. Jörn ist ebenfalls Startupper: Mit seinem Konzept für die Netzwerkagentur ffluid nahm er am letzten Startup-Weekend teil. Die Idee in einem Satz: Sein Unternehmen ist Mittler zwischen Kunden und Freelancern aus verschiedenen Branchen; so können auch große Projekte mit den richtigen Fachleuten ohne unnötige Overheadkosten realisiert werden. Seine Hauptstandpunkte des Vortrages waren klar verständlich und mutig kontrovers:

  • Sei authentisch!
  • Bring deine Idee auf den Punkt!
  • Vergiss Kaltaquise, lass’ dich empfehlen!
  • Überrede den zögernden Kunden nicht – sondern stell die Frage des WARUM!
  • Verkauf Dich nicht unter Wert! (‚Sonst kommst du in die Hölle!‘)

Nach dem Vortrag wurde heftig über die Ast’schen Thesen diskutiert zumal ein Startup oft nicht immer die Wahl hat, wenn es um Preise geht. Das Hungertuch schmeckt halt nicht jedem.

(klick mich!) keeeb - Online Inhalte bequem sammeln

Auf diese fulminante und vor allem amüsante Einlage folgte die erste Präsentation des Hamburger Startups keeeb. Der Gründer Konrad Gulla zeigte uns, wie sexy Bookmarking doch sein kann: Wer kennt das nicht, man sammelt Inhalte zu einem bestimmten Thema im Netz und speichert die Links irgendwo. Bilder bei Pinterest, Texte bei delicious, usw. Doch wie bringe ich jetzt alle relevanten Informationen zusammen? Zum Haare raufen! Anders als bei delicious hat der Nutzer von keeeb die Möglichkeit, Bilder, Videos und ganze Texte mit nur einem Klick auf eigens angelegten Themenseiten zu sammeln und so in Zusammenhang zu bringen. Links am Ende des Bookmarkingschnipsels führen zurück zur Originalseite. Die Visualisierung funktioniert ähnlich übersichtlich, wie bei Pinterest. Ein Segen für jeden recherchierenden Menschen, der viele Online-Daten sammeln muss. Ähnlich wie bei wunderkit können die keeeb-Pages in Gruppen genutzt werden, was bei Projektarbeiten ein klarer Vorteil ist. You got me, guys! Ich hab mich gleich einmal als Testnutzer der Closed-beta-Version angemeldet und heute schon etwas gekeeebt (einfach auf das keeeb Bild klicken!).

(klick mich!) resmio

Nach einer anregenden Diskussion zu keeeb folgte nach kurzer Pipipause der letzte Vortrag des Abends von Yasha Tarani und Michael Marder von resmio. Abgesehen davon, dass Yasha Grosses in der Startup-Vernetzung vollbringt, hilft er und seine Kollegen mit resmio Restaurants dabei, ihre Tische in ruhigeren Tageszeiten richtig auszulasten. Das Prinzip der dynamische Preisgestaltung zur Auslastungsoptimierung ist im Flug- und Hotelbetrieb nichts Neues. Zu weniger beliebten Buchungszeiten werden Anreize für Kunden geschaffen, eben dann zu buchen. Restaurants haben diese Möglichkeit bisher noch nicht für sich entdeckt. Resmio greift dieses Anreizsystem auf und hilft hier mit der intelligenten Software und dem leicht zu bedienenden Buchungssystem die Tische zu füllen. Eine Facebook Einbindung macht es für Restaurants zudem spielend einfach ein resmio-Account für ihre Gäste zu erstellen und ermöglicht so das Empfehlungsmanagement über die Social Media Kanäle.

Den krönenden Abschluss bildet das Networking am Ende der Vorträge und der Diskussionen. An warmen Bierflaschen nippend werden Visitenkarten und Ideen ausgetauscht: ‚Du suchst noch einen der PR für dich macht, du, ich kenn da eine!’ So entstehend in einem ungezwungenem Ambiente Businesskontakte und neue Arbeitsplätze in Hamburg. Was soll ich sagen, es ist einfach eine tolle Gemeinschaft, die jeden Gründungswilligen und Interessierten willkommen heißt. Wer Lust hat, am 8. Juni findet das nächste Startup-Weekend in Hamburg statt! Einfach anmelden und selbst erleben!

Weitere Artikel zum letzten Startup-Weekend findet ihr hier:

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Warum feiern wir Ostern?

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  1. Lieben Dank für die super Zusammenfassung Sina.
    An dieser Stelle noch ein paar weitere Linktipps, Sascha Lobo stand einmal an derselben Stelle wie ich im betahaus und hat Lohnenswertes zu selbigem Thema gesagt (Henning schrieb dazu: http://bit.ly/HC9drH). Sehr lehrreich war auch was die Kundenseite dazu sagt, ich habe eine fluidacademy mit Christoph Fellinger von Beiersdorf organized, der „Reverse Sales Pitch“ ist hier nachzulesen: http://bit.ly/I7X7DH

  2. Hi Sina,
    vielen Dank für den interessanten Artikel – keeeb werde ich nachher gleich mal antesten!
    Gruß, „CP“

    • sina

      Freut mich, dass er dir gefällt! Hast Du gesehen, dass es eine keeeb Beispielseite von mir zum Thema gibt?

  3. sina

    ups, sorry…wird sofort erledigt! 🙂

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