Pinterest

Pinterest: ein Platz zum Verweilen und Stöbern

Pinterest – a girls’ world! Ich bin eine Frau, also pinne ich? Pinterest erobert nach und nach die (Social Media) Welt, besonders die der Frauen. Rund 80% der weltweiten Nutzer sind nämlich weiblich, zwischen 25 und 44 Jahre alt. Wir Mädels nutzen diesen sozialen Bookmarkingdienst, um Bilder von Schuhen, Frisuren, schicken Kleidern, leckeren Gerichten oder niedlichen Kinderbildern zu sammeln. Hach, Clichés sind doch was Feines aber haben wir damit das momentan sehr gehypte soziale Netzwerk ausreichend erklärt? Ganz so einfach ist das natürlich nicht, denn die soziale Selbstdarstellungs-Pinnwand lässt sich ebenfalls hervorragend für Unternehmen als Marketing- und Kundenbindungstool nutzen und ist laut Marketingexperten Björn Tantau zudem ein SEO-Träumchen. Die Anzahl der Pinterest-User wächst scheinbar ungebremst und die einfache Handhabung packt uns Nutzer bei unserem Urtrieb: Das Sammeln. So fesselnd und spaßig das Pinnen auch sein mag, so umstritten ist es, denn auch die aktuelle Diskussion über Urheberrechte findet in diesem Thema reichlich Zündstoff. Grund genug, dieses Netzwerk ein wenig auszuleuchten!

Pinterest stimuliert unsere Ur-Instinkte

Schanzenkunst auf Sinas Pinterest Board: Hamburger Streetart

Pinterest nährt auf vollendete Art und Weise menschliche Gewohnheiten, die schon immer da waren: Das Sammeln, soziales Interagieren und Kommunizieren in Bildern. Ein simples Design und der Netzcharakter machen es spielend einfach, in einem Pinterest Profil ‘Boards’ (Pinnwände) zu jedem erdenklichen Thema anzulegen und diese mit Bildern oder Videos zu füllen. Einfaches Beispiel: Ich bin ein großer Freund der Hamburger Streetart und plane einen Blogpost dazu. Also lege ich ein Board mit Bildern an, die ich selbst auf der Schanze in Hamburg gemacht habe. Hier könnte ich jederzeit weitere Bilder von anderen Pinterest-Nutzern hinzufügen, die Streetart sammeln. Andere machen das mit Rezept-Ideen, Starwars-Bildern oder eben Schuhen. Jedes Profil ist eine kleine öffentliche Selbstdarstellung, ähnlich wie die Wände unserer ehemaligen Kinderzimmer, tapeziert mit Starschnitten (gibt es die überhaupt noch??) aus der Bravo oder mit – ähem – Pferdebildern. Sie spiegeln ein Teil von uns wieder. Zeig mir deine Wand und ich sag’ Dir wer du bist.

Für die schnelle Verbreitung des manchenorts als ‘Link-Schleuder’ verpönten Dienstes sorgt die enge Verzahnung mit facebook und twitter. Pinterest lässt jedes Pinning-Greenhorn gleich zu Beginn automatisch Pinnern folgen, die bereits facebook-Freunde sind. So hat man schon mal ein Netzwerk, auf das man aufbauen kann; denn nichts ist so langweilig, wie eine leere Pinnwand. Beim Stöbern findet man schnell ‘Gleichgesinnte-in-Bildern’, deren Boards man folgen oder deren Bilder man kommentieren kann. Ich habe die Möglichkeit, Pins von anderen zu ‘liken’ (und dies bei facebook oder twitter sichtbar zu machen) oder sie an meine eigene Pinnwand zu heften. Virale Verbreitung at it’s best.

Pinterest ist wie Urlaub für’s Hirn und macht süchtig

Unweigerlich wird man von einer unbändigen Sammelwut gepackt. Ich erwische mich ständig dabei, sehr viel Zeit damit zu verbringen, Pinnwände von anderen zu durchstöbern, um hier und da ein Bild für meine Boards zu sichern. In unserem textlastigen Alltag ist ein Aufenthalt bei Pinterest wie Urlaub für’s Hirn. Das wird duch die enorme Verweildauer der Pinterestnutzer bestätigt: Sie beträgt laut Comscore durchschnittlich über 80 Minuten. Zum Vergleich: Die Veweildauer auf Google + liegt gerade mal bei 5,1 Minuten und Aufenthaltsort Nr. 1, facebook, rankt am Höchsten mit erstaunlichen 390 Minuten.

Pinterest-Board Social Media Blogger

Die Entwicklung von Pinterest begann laut FTD.mobil im Dezember 2009 in Paulo Alto, Kalifornien. Bereits im März 2010 präsentierten die drei Gründer Ben Silbermann, Paul Sciarra und Evan Sharpstand die Beta-Version. Seitdem wächst der Bilder-sammeldienst wie es scheint unaufhaltsam: Zwischen Mai 2011 und Januar 2012 wuchs die Zahl der eindeutigen Besucher von knapp 1 Million auf fast 12 Millionen. Das Marktforschungsunternehmen Comscore ermittelte diese Zahl Anfang des Jahres und täglich erhält man neue Angaben. Zahlreiche Social Media und e-commerce Blogger haben sich bereits mit diesem außergewöhnlichen Phänomen auseinander gesetzt, die rechtlichen Fragen und die wirtschaftlichen Möglichkeiten durchleuchtet (ich habe meine Pinterest-Sammelwut sinnvoll kanalisiert und ein ‘Bloggerboard’ zu den Social Media Bloggern erstellt, die ich mit großem Interesse verfolge. Einfach auf die Grafik klicken!)

Der p-Commerce erblickt die Welt

Olaf Kohlbrück beschreibt in seinem e-Commerce-Blog etailment, warum Pinterest eine wahre Goldgrube für Brands sein kann: Unternehmen haben hier die Möglichkeit ihre Produkte in Szene zu setzen und das Image in Lifestyle-Magazin-Manier aufzupolieren.

Nicht nur große Player wie Amazon haben laut Online Marketing.de den Pinterest-Button für sich entdeckt auch Hamburger Startups, wie der nachhaltige Online-Marktplatz Avocado Store macht es den Kunden generell möglich, Produkte auf der Website zu pinnen und präsentiert sich mit eigenen Produkt-Boards bei Pinterest. Andere wie der Luxusmode-Marktplatz luxodo.com , ebenfalls ein Startup aus Hamburg oder das Kartoffel Hotel in der Heide nutzen ihr Pinterest-Profil zielgruppengerecht als Marketingtool. Das sind nur einige Beispiele aus meinem Umfeld. Social Media Today hat eine Liste aus 100 Unternehmen zusammengestellt, die bereits fleißig pinnen. Es lohnt sich, dort mal zu stöbern, um sich einen Eindruck zu verschaffen, wie kreativ man die Pinnwände als Brand nutzen kann.

Ein weiterer Beweis für die Möglichkeiten auf Pinterest zeigt der Fall des Pascal Landau: Er beschreibt in einem Beitrag ausführlich, wie er mit einem einzigen Pinterestbild die Internet-Leitungen zum Glühen gebracht hat. Innerhalb einer Woche zog er mit dem Pinterestpost eines Kopfhörer-Kabeltricks über 100.000 User auf seine Website.

Pinterest und das Urheberrecht

Der Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt – oder doch? Daniel Rehn, Social Media Blogger und Pinterestler der ersten Stunde schreibt in seinem Artikel (Zitat):

‘Auf der anderen Seite stehen rege Diskussionen über vermeintliche Copyright-Probleme, da das Repinnen von Bildern aus dem ganzen Web durch den “Pin it”-Button zwar kinderleicht, aber rechtlich je nach Sichtweise nicht ganz sauber scheint.’ (Die Links wurden von Daniels Post übernommen)

Auch das ‘Enteignen’ der Nutzerbilder durch Pinterest ist sehr umstritten. Der ZDF-Blog schreibt dazu (Zitat):

‘Die Nutzer machen es sich damit allerdings zu einfach, bzw. Pinterest macht es ihnen zu einfach: Denn die Plattform räumt sich nämlich via EULA (Endbenutzer-Lizenzvereinbarung, von engl. End User License Agreement) die Möglichkeit ein, alle eingestellten Inhalte beliebig verwenden zu können. Wer durch das Pinnen Fotos einstellt, erteilt Pinterest also eine weltweite, unwiderrufliche, unbefristete, nicht-exklusive, übertragbare und gebührenfreie Lizenz und räumt dem Korkwand-Dienst obendrein das Recht ein, die Inhalte zu verändern, anderweitig zu lizenzieren und sogar zu verkaufen.’

Also doch nicht alles kunterbunte lustige Welt? Die hoffentlich in eine sinnvolle, netzweltreale Entscheidung mündende Urheberrechtsdebatte wird es zeigen. Solange lassen sich die Menschen sicherlich nicht vom Pinnen abhalten. Es ist einfach zu verführerisch und macht nicht nur uns Mädels viel Spaß.

Weitere interssante und lesenswerte Links zu diesem Thema:

http://spreerecht.de/social-media-2/2012-02/pinterest-und-die-rechtlichen-grenzen-beim-teilen-und-verlinken
http://blog.wiwo.de/look-at-it/2012/02/24/pinterest-internet-startup/
http://www.seo-news.de/100-000-besucher-in-7-tagen-pinterest-is-a-thing/5684/
http://pr-blogger.de/2012/01/27/pinterest-1-benutzung-und-benefits-fur-unternehmen/

 

7 Gedanken zu “Pinterest

  1. Pingback: Protokoll vom 21. April 2012beiTrackback

  2. Pingback: Pinterest: Analyse-Tools, Links und die Bedeutung der visuellen Kommunikation

  3. Pingback: » link dose 24.04.2012

  4. Ja, diese Pinterest hat schon was aber es ist auch recht unübersichtlich. Nutze es seit kurzem erst und fand über die Suche meine eigene Pins kaum. Das ist unschön.

    • Hallo Paul! Danke für Deinen Kommentar! Ich finde Pinterest in seiner ganzen Art sehr spannend, weil es reduziert ist auf das, was Wichtig ist. Ich denke mal zudem, dass die Suchfunktion weiter ausgebaut wird und man zukünftig ganze Reisen über Reisen Pinterest zusammenstellen kann. Da sind noch viele Möglichkeiten offen.

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