Sinas Welt

Von Hamburg bis ganz weit weg

Wir waren die Social Media Week

Die Social Media Week zieht für eine Woche in die Hansestadt und begeistert die Teilnehmer. Foto: Anton Ahrens (http://instagram.com/anton_ahrens)

Ihr kennt das: Erst kann man etwas kaum erwarten, und dann, ehe man sich versieht, ist alles vorbei. Die Social Media Week (kurz auch smwhh) hat Hamburg fünf Tage lang erfasst, ordentlich durchgewirbelt und hinterlässt nun ein Trupp Social Media Interessierte benommen aber glücklich zurück. Schon Monate vorher markierte im Gritzuhn’schen Familienkalender ein dicker roter Strich was in der KW 8 passiert: Geblockt. Für. Die. Social Media Week! Keine Elternabende, keine Pfannkuchen und keine Fahrdienste. Social Media Urlaub für Mutti.

Sollte es tatsächlich Menschen geben, die wider erwarten nicht mitbekommen haben, was in der letzten Woche in Hamburg los war? Hier seid Ihr goldrichtig! Es folgt eine kurze Übersicht über die Konferenz und eine kleine Kostprobe der besten Events, damit Ihr im nächsten Jahr vielleicht auch mit dabei seid!

Im Februar ist Hamburg ‚extremely social‘

Das keeeb-Board smwhh13 enthält viele Webfundstücke zur Social Media Week. Darunter das Hangout-Video mit Olaf Scholz, der Podcast von @jormason oder die Monitoring Auswertungen der smwhh

Da ich mir ein wenig Zeit für meine Rückschau auf die Social Media Week gelassen habe, konnte ich die Chance nutzen und die schönsten Eindrücke in einem Keeeb-Board sammeln, das ihr hier abrufen könnt. In dem Board sind neben Videos, Bildern und Präsentationen auch die Reviews zahlreicher anderer Teilnehmer. Darunter die von Inken Meyer (@meyola), Mitglied des Organisations-Teams der Social Media Week und Henning Groß (@Hasenfarm), Smutje der netzkombyse. Videos und Podcasts sind ebenfalls mit von der Partie: das viel zitierte Ergebnis des Workshops von Martin Giesler ‚Shit Social Media Experts say‘, das mittlerweile als ‚Crowd-Video-Legende‘ eine Anwartschaft auf den Grimme Preis hat. Mindestens. Auch der Podcast des geschätzten @Jormason, der u.a. Tanja und Johnny Haeusler interviewt hat, ist ein ‚Reinhören‘ wert.

Die Hamburger Uni – Ein Schauplatz der smwhh. Social Media heißt auch menschlicher Kontakt: Hier lernen sich auch twitter-Freunde endlich mal kennen! Mit: @neverevertown (Bild: http://instagram.com/abknicker)

Die Konferenz rund um das Thema soziale Medien findet parallel in zehn Weltstädten, wie Tokyo, Miami und London statt. Hamburg wartete mit über 160 Veranstaltungen in Form von Workshops, Vorträge und Panel-Diskussionen auf. Wer denkt hier geht es nur um Facebook, der irrt gewaltig. Denn das Thema Social Media durchdringt unseren Alltag tiefer, als wir vermuten. Das Themenspektrum der Konferenz reicht von Workshops ‚Zum eigenen tumblr-Blog in einer Stunde‘ bis hin zu Gesprächsrunden über die Wichtigkeit der Förderung von Medienkompetenz unserer Kinder. Auch das Publikum der Social Media Week ist so bunt wie die Themenvielfalt. Egal ob ältere Herrschaften, die beginnen, sich im Internet zu bewegen, Vertreter von kleinen und mittelständischen Hamburger Unternehmen, die jetzt auch ‚in Social Media‘ machen wollen oder Medienschaffenden und Social Media Professionals, die gespannt Panel-Diskussionen oder Workshops verfolgen – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Andreas Weck von den netzpiloten hat das Spektakel treffend beschrieben:

‚Neben Metropolen wie New York oder Tokio, bekommt Hamburg einen geradezu kosmopolitischen Glanz attestiert, wenn es sich in die Liste der austragenden Orte einreiht. Die Gefahr hier nicht mithalten, gar zu wenige Besucher ansprechen zu können, schwebt wie das Schwert des Damokles über die Köpfe der Veranstalter. Jedoch, verstecken brauchte sich die deutsche Konferenz-Woche auf keinen Fall. Der Andrang war riesig.‘

Die twitter-Helden der smwhh13. Brandwatch hat die sozialen Signale der Konferenz zusammengefasst und die Twitterati der Woche gekrönt. Quelle: brandwatch.de

Der Micro-Blogging-Dienst Twitter diente hierbei nicht nur als ‚Livestream‘ zum Mitlesen für Daheimgebliebene, sondern auch als lebensrettende Organisationshilfe. Mit dem Hashtag #smwhh fanden sich beispielsweise versprengte Gruppenmitglieder wieder zusammen. Andere trafen so Blogger-Kollegen endlich mal auf ein Käffchen. Herrlich, wie Social Media die Online- und die Offline-Welt zusammenbringen kann. Um die Wellen, die die Teilnehmer der smwhh im Netz schlagen, sichtbar zu machen, hat Brandwatch die Konferenz fest im Monitoring-Blick gehabt. Susanne Ullrich hat den Buzz in einem interessanten Artikel zusammengefasst. 

Nach dem Workshop ist vor dem Workshop…

Bei 160 Veranstaltungen ist es zwangsläufig frustrierend, nicht alle wahrnehmen zu können, geschweige denn darüber zu schreiben. Aus diesem Grund habe ich die Sahnestücke zusammengestellt. Zu meinen Highlights gehört der Vortrag von Anja Beckmann von redmod Communications zu Coporate Blogs. Anja, selbst passionierte Bloggerin, bestätigte meine Vermutungen, dass das Bloggen für manche Unternehmen weit vor dem facebook-Profil rangieren müsste. Für mich neu: Die erwähnten Bloggersuchmaschinen Ebuzzing, Bloggerei und Bloglovin, die u.a. die Suche nach Bloggern erleichtern. Natürlich wurde die Twitter-Wand des Veranstaltungsraumes ebenfalls reichlich befüllt. Twitter-Bingo-Galore!

Die Panel Diskussion ‚Netzgemüse‘ mit Tanja und Johnny Haeusler, Sarah Pust und Ingo Kriebisch hat mich als Mama sehr interessiert. Abgesehen davon, war es wirklich spannend die in Bloggerkreisen schon berühmten Protagonisten in Aktion zu erleben. Das medial erprobte Paar Haeusler berichtete über ihre Erfahrungen mit ihren heranwachsenden Kindern und ihren Umgang mit dem Medium Internet. Die Panelrunde entpuppte sich als nicht besonders kontrovers. Es mangelte an Internet-Gegnern. Wie es schien war auch das Gros des Publikums einer Meinung: Das Erlangen einer fundierten Medienkompetenz hört nicht beim Fernsehen oder der Zeitung auf. Wir müssen hinschauen, was unsere Kinder im Internet treiben und es mit ihnen gemeinsam entdecken. Wichtig ist, es nicht einfach nur zu verbieten. Denn, wenn wir mal ehrlich zurückblicken, haben wir auch immer Fernsehen bei den Nachbarn geschaut, wenn es zu Hause tabu war. Daran hat sich nicht viel verändert. Die Thematik trifft einen empfindlichen Nerv und hat mich dermaßen ‚angezündet‘, dass ich mir direkt das Buch in unserem Buchladen bestellt habe. Mein Hörtipp zu dieser Veranstaltung: Der Podcast von Jörn Hendrik Ast, der die Haeuslers interviewt hat.

Panel-Runde zum Thema ‚Netzgemüse‘

Der Montag endete mit einem persönlichen Dating-Erlebnis der besonderen Art. Die Speedspiration-Girls Deva und Diana riefen zu einem Brainstorming-am-laufenden-Band auf. Das Speedspiration Networking Event. Es funktioniert wie Speeddating, hat seinen Ursprung im klassischen Brainstorming und nahm uns Teilnehmer mit auf eine kurze Reise in die Welt der entfesselten Kreativität. Gewappnet mit einer Frage, die ich selbst beantwortet haben möchte, begab ich mich nun auf einen Frage-Antwort-Parkour mit den anderen Teilnehmern. Jeder hatte exakt 120 Sekunden, um die Frage seines Gegenübers zu beantworten oder eben selbst seine Frage in den Ring zu schicken. Ich stellte die Frage: ‚Was würde Hamburg noch lebenswerter machen‘. Das Brainstorming-Resultat des Abends: Weniger Regen und bessere Fahrradwege. Guter Schnitt, wie ich finde. Hamburg scheint ansonsten ein schöner Lebensraum zu sein! 🙂

Speedspiration Networking im betahaus. Ein Parkour der Ideen. Macht sehr viel Spaß!

Du machst was mit Social Media? Kann man denn davon leben? Diese Frage treibt mich natürlich auch um, darum bin ich dem Ruf von Christiane Brandes-Visbeck gefolgt. Ihr Workshop ‚Making Money 2.0 – von Social Media leben‘ behandelte das schwierige Thema des Geldverdienens anhand der Schwerpunkte: Monetarisierung, Geschäftsmodell, Leistungsmodule und Packaging. Christiane hat den Workshop zum Nachlesen in ihrem Blog gut zusammengefasst. Da ich auch dazu neige, anderen gern Gefallen zu tun, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten, nagte sich ein Learning besonders in meine Hirnrinde:

Wenn wir unserer Arbeit einen Wert zu schreiben, tun andere das auch‘

Es kommt noch besser!

In diesem Februar stand die Konferenz für mich allerdings unter einem ganz anderen Stern. Ich durfte gemeinsam mit Sebastian Franz von keeeb die Social Media Week aktiv mitgestalten. Sina gibt ihr Debut als Speaker. Aufregung trifft es nicht ganz. Adrenalin-Überdosis passt da schon eher. Unser Workshop ‚Endlich Ordnung im Netz‘ fand im Rahmen des Workshop-Tages in den Räumen der ADWH statt und wurde gemeinsam mit den grandiosen Digital Media Women Hamburg organisiert. Selbstverständlich gibt es in Kürze noch mehr Info-Material zu unserem Workshop. Wir schneiden gerade fleißig an unserem Video-Material. Es bleibt also weiterhin spannend. Das keeeb-Board mit sämtlichen Infos gibt es schon vorab.

Endlich Ordnung im Netz! War das Credo unseres Workshops. Mit dabei: Sina Gritzuhn und Sebastian Franz von keeeb

 

Die Social Media Week in Bildern

Die Social Media Week ist vorbei und die Erinnerungen verblassen. Wie gut, dass alle Instagram-Bilder mit dem Hashtag #smwhh gesammelt zu sehen sind. Ein Familien-Album der aktiven Teilnehmer. Die Instakeeeb-Page der Social Media Week macht das möglich.  Hier findet Ihr zudem viele Bilder des Photowalks Hamburg, der im Rahmen der Social Media Week stattgefunden hat. Darunter auch das Gewinnerbild des Photowettbewerbs, das Jo Dethlefs geschossen hat. Während der Abschlussfeier der Social Media Week hat das bereits leicht angeschickerte Publikum lauthals sein Bild als das Beste gekürt.

Jo Dethlefs hat das Party-Publikum überzeugt. Sein Foto hat den Applaus-o-meter voll ausschlagen lassen. (Bild:http://instagram.com/jocialmedia)

Die Social Media Week war aufregend und sehr gut organisiert. Ein dickes Dankeschön an dieser Stelle noch einmal an alle Organisatoren und insbesondere an die Digital Media Women Hamburg! Ich könnte noch stundenlang weiter erzählen, aber schaut Euch doch einfach das keeeb-Board an. Macht Euch Euer eigenes Bild. Falls noch Beiträge fehlen, bitte gebt mir Bescheid. Es soll ein Sammelbecken für diese grandiose Woche sein. Eine Art Netzspiegel unserer Erfahrungen. Denn wir waren die Social Media Week!

 

Vorheriger Beitrag

Social Media Week – here we come

Nächster Beitrag

Webfuture Award 2013

  1. Oh Sina! Wie schön das wieder geschrieben ist. Und wieder mal beneide ich Euch, die Ihr „was in social media macht“ während ich so meinem stinknormalen (aber total spannenden, interessanten) Job nachgehe. Rein aus persönlichem Interesse hätte ich ja schon Bock, auch mal reinzuschnuppern.
    Findet die im nächsten Jahr auch wieder in Hamburg statt und dürfen da auch so „Normalos und Ahnungslose“ wie ich auch dahin? Dann nehme ich mir Urlaub. Garantiert! Die Chance will ich mir nicht nochmal entgehen lassen.

    LG vom Sternchen

    • sina

      Liebes Sternchen, die Social Media Week ist wirklich für alle da! Es gibt ganz viele tolle Angebote auch für Nutzer, die selbst noch viel im Social Media Bereich entdecken wollen. Obwohl du ja wohl kaum mehr ein Greenhorn bist! 😉 Wird ja mal allerhöchste Zeit, dass du mal mit dabei bist!! Danke für die lieben Worte und es freut mich, dir eine Lesefreude bereiten zu können! 🙂

  2. Jan

    Moin Sina!
    Sehr schön geschrieben, vielen Dank für die Zusammenfassung.

    Beim WebMontag vorgestern haben die Veranstalter als Ziel für nächstes Jahr ja genannt, mehr „Zartdigitalisierte“ anzusprechen. Eben, damit nicht die digitale Blase unter sich bleibt.

    • sina

      Moin Jan, danke! Und die Idee, ‚Zartdigitalisierte‘ vermehrt anzusprechen finde ich auch sehr wichtig, denn beim Schreiben dieses Posts ist mir klar geworden, wie weit ich mich selbst von meinem persönlichen Umfeld entferne: Meine Schwester sagte mir ganz unverblümt: ‚Sina, sei mir nicht böse, aber ich verstehe nur Bahnhof. Tausend Fremdwörter mit denen ich nichts anfangen kann…‘ Und sie hat absolut Recht… Allein die Terminologie, die die Social Media und Internet-Fredis (da zähl ich mich rein) nutzen, trennt sie ein wenig vom Rest der Welt. Man begibt sich schnell in einen Gruppenrausch der Fachwörter. Dabei gibt es sehr viele Menschen, die sich auf maximal einem sozialen Kanal herumtreiben und damit ziemlich glücklich sind. Diese holt man so leider nicht wirklich ab 🙁

Schreibe einen Kommentar

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén