StartUps@Reeperbahn – das Pitch-Event der anderen Art

Leidenschaft. Blickt in die Augen von Entrepreneuren, die von ihrer Geschäftsidee –  ihrem Baby – erzählen, als hätte es gerade zeitgleich Laufen und Schreiben gelernt, dann wisst ihr, was ich mit Leidenschaft meine. Jedoch ist es ein gewaltige Hürde für Startups, diese flammende Liebe auf Investoren zu übertragen, deren Kind eigentlich eher auf den knappen Namen ROI hört. Dieses Anstecken wird Teil eines ‚überlebenswichtigen‘ Lernprozesses, den es auf diversen Pitching-Events zu perfektionieren gilt. Eine außergewöhnliche Möglichkeit bietet sich nun in Hamburg: Der Startup@Reeperbahn Pitch, der am 26. September im Rahmen des Reeperbahnfestivals stattfindet. Hier werden Investoren und Startups ins Stundenhotel gesteckt, um optimalerweise ‚leidenschaftlich‘ ins Geschäft zu kommen. Ihr habt ein Startup und auch Lust auf ein Tête-à-tête mit Investoren? Dann einfach weiterlesen!

Moment mal! Das Reeperbahnfestival ist doch ein Musik-Festival, höre ich die Branchenkenner rufen. Richtig, aber in diesem Jahr strecken sich die Fühler des drittgrößten Branchenfestivals in Europa in Richtung Kreativwirtschaft aus und sprechen somit gezielt auch Startups an. Diese Entwicklung gibt Hamburg ein Event mehr, über das sich zu sprechen lohnt!

Weil Hamburg…

  • ein schlagkräftiger Wirtschaftsstandort für Industrie und Handel ist
  • der Medienstandort ist
  • die Kreativhauptstadt ist
  • eine Gründerstadt ist
  • die Stadt der Kaufleute ist
  • und last but not least: die Reeperbahn hat

…schaffen wir eine Bühne für StartUps. Denn: Jeder fängt klein an und im Grunde ist schon jede Band ein kleines StartUp‘,

sagen die Organisatoren des Startup@Reeperbahn Events.

Das klingt nicht nur naheliegend, sondern auch sehr vielversprechend. Ein Hauch South by Southwest-Flair (SXSW) weht durch unsere Hansestadt. Denn das Happening, das während Spring-Break für zehn Tage die Texanische Stadt Austin rockt, begann zunächst auch als Musikfestival. Mittlerweile ist die SXSW attraktiver Anziehungspunkt für Interaktive, Startups und Investoren und wird hierzulande in einem Atemzug mit Silicon Valley, Durchbruch und Weltherrschaft genannt.

‚Wenn man das SXSW aus Austin Texas kennt, dann sieht man, was aus einem Musikfestival mal werden kann. Und wie wichtig mittlerweile der Tech-Bereich da geworden ist‘,

meint Mitorganisator und Hamburger Startup-Experte Tim Jaudszims im Interview mit Hamburg@work. Gemeinsam mit der Initiatorin des Startup@Reeperbahn Sanja Stankovic  stellte er sich meinen Fragen zu diesem Event, das das Hamburger Branchennetzwerk gemeinsam mit dem Reperbahn Festival und diversen Partnern möglich macht.

Das Herzstück des StartUp@Reeperbahn wird der StartUp-Wettbewerb sein. Kietziges Ambiente gepaart mit hanseatischem Geschäftsgebaren ist das Credo des Abends. Fünf Startups pitchen vor einer erfahrenen Jury, die den Gewinner u.a. für einen mit 75.000 Euro dotierten Media-Budget-Preis auswählt. Aber das ist nicht alles: Die anwesenden Investoren treffen zeitgleich die Wahl ihrer Startup-Favoriten und laden die Gründer anschließend auf ein exklusives ‚Stell-dich-ein‘ im Stundenhotel auf dem Kiez. Zack. Leidenschaft mit Business-Plänen.

Das klingt gut! Wie können wir mitmachen??

Startups, die ein überzeugendes Geschäftsmodell (am besten bereits mit Erfahrungen mit Kunden und Nutzern) haben, bewerben sich noch bis zum 5. September unter startups(at)reeperbahnfestival.com. Die fünf Startups, die das Kuratorium überzeugen konnten, werden am 26. September vor der Jury und den Investoren pitchen.

Was sollte die Bewerbung beinhalten:

1. Was ist das Produkt (Bilder, Links etc.)?
2. Wer ist im Team?
3. Wie sehen Markt und Wettbewerb aus?
4. Wie sehen Marketing/Vertrieb aus?
5. Was habt ihr bisher erreicht?
6. Wie sieht die Finanzplanung aus (inkl. Investmentsumme und Planergebnis im Jahr 3)?

Das Kuratorium freut sich über eine Bewerbung als ‚Executive Summary‘ in Word (2 Seiten Länge) oder als Pitchdeck bis zu 10 Charts.

Noch Fragen??

Was würden die Startups eigentlich verpassen, wenn sie nicht die Chance nutzen und sich bewerben?

Sanja Stankovic (Bild: Rieka Anscheit) 

Sanja Stankovic, Initiatorin des Events meint: ‚Eine großartige Chance. Im Gegensatz zu anderen Pitches, wo meist nur eines oder vielleicht zwei StartUps gewinnen können, gibt es bei uns fünf Gewinner, denn wann man hat man schon die Gelegenheit vor so einer hochkarätigen Jury, interessierten und vielleicht potentiellen Investoren zu pitchen und mit ihnen „intime“ Gespräche zu führen? Zudem ist der Pitch ist ein einzigartiges kreatives Umfeld eingebettet. Bestehenden und angehenden Gründern sei grundsätzlich das Programm der Konferenz empfohlen, da wir hier eine Menge zu bieten haben.‘

Tim Jaudszims

Tim Jaudszims, Kurator und Mitorganisator meint: ‚Natürlich einmal die Chance einfach und ohne weitere Konditionen den 75.000 EUR TV Spielfilm Förderpreis für mehr Reichweite zu bekommen. Dann auf jeden Fall das Feedback der Jury und im Anschluss die persönlichen Gespräche mit den Investoren im Startup-Stundenhotel. Dazu noch ein tolles Rahmenprogramm mit free Access zum Musikfestival und vielen spannenden Vorträgen und Workshops. Und dann nicht zuletzt die vielen tollen Goodies von Hamburger Startups wie Jimdo, Phraseapp, Notism, easyPEP uvm. für alle 5 Finalisten! In Summe also ein einmaliges Paket!‘

Thomas Promny

Thomas Promny, Kurator und Company Builder: Bisher war das Reeperbahnfestival ja in erster Linie für coole Bands da, die sich auf den Bühnen dem Publikum präsentieren. Hier gibt es nun auch für schlaue Startups die Möglichkeit, sich in einem coolen Umfeld interessanten potenziellen Investoren vorzustellen. Diese Chance solltet ihr nicht verpassen. Ich freue mich drauf!

 

 

Kixka Nebraska (Bild: Rieka Anscheit)

Kixka Nebraska, Kuratorin Profilagentin und Mitgründerin der Digital Media Women: Allen StartUps, die von ihrer Idee überzeugt sind, kann ich eine Teilnahme StartUps@Reeperbahn Wettbewerb unbedingt empfehlen. Abgesehen von den Preisen, die die Gewinner und auch schon die fünf Finalisten erwarten, setzt sich das Publikum u.a. aus Hamburger Investoren zusammen. Doch schon vorher auf den Radar des Kuratoriums zu geraten, das sich ebenfalls aus intimen Kennern der Start-up-Szene zusammensetzt, kann auch nur ein willkommener Anlass sein, die eigene Idee auf den Punkt zu formulieren um zu überzeugen.

Dann schnell bewerben!

Also schnell Unterlagen zusammenstellen und an startups(at)reeperbahnfestival.com schicken! Die Daumen sind gedrückt!

Für die Startups, die sich erfolgreich einen Investoren ‚angeln‘ konnten, kann ich noch einen Beitrag auf tekkle.com Empfehlen: ‚Der Weg zum Beteiligungsvertrag‘, ein lesenswertes Interview mit Boris Genz von mlx music logistics und Michael Marder von resmio zu Vorbereitungen für Investorengespräche.

Übrigens: Das StartUps@Reeperbahn ist ein gemeinschaftliches Projekt des Reeperbahn Festivals und des Branchennetzwerks Hamburg@Work mit der Unterstützung von TV Spielfilm, Xing, EY, Microsoft Ventures und Music Works (eine Initiative der Hamburger Kulturbehörde in Zusammenarbeit mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft).

 

Update 1: Inken Meyer von den Digital Media Women hat ein tolles Hangout-Interview mit Tim und Sanja gemacht, hier erfahrt ihr noch mehr über das Event!